Ein Wärmemelder ist ein automatischer Brandmelder, der im Gegensatz zum Rauchmelder nicht auf Rauchpartikel, sondern auf Temperaturveränderungen reagiert. Er wird dort eingesetzt, wo herkömmliche optische Rauchwarnmelder unzuverlässig wären – insbesondere in Bereichen mit betriebsbedingt auftretendem Rauch, Dampf oder Staub (z. B. Küchen, Garagen, Werkstätten). Wärmemelder – auch Hitzemelder oder Thermomelder genannt – besitzen einen Sensor, der die Umgebungstemperatur überwacht. Sie können entweder als Maximalmelder ausgeführt sein (Auslösung, sobald eine feste Temperaturgrenze überschritten wird, z. B. 60 °C) oder als Differentialmelder (Auslösung, wenn die Temperatur ungewöhnlich schnell ansteigt, etwa > 10 °C in einer Minute, selbst wenn der absolute Schwellenwert noch nicht erreicht ist). Moderne Geräte kombinieren oft beide Kriterien.
Historisch bestanden Wärmemelder aus einfachen Konstruktionen, etwa zwei Metallstreifen, getrennt durch einen niedrigschmelzenden Lötstoff (z. B. im Sprinkler ebenfalls genutzt). Schmilzt das Lot bei bestimmter Hitze, schließen die Kontakte – Alarm. Heutige Wärmemelder nutzen Halbleiter-Fühler oder Thermowiderstände, die von einer Elektronik ausgewertet werden. Gemäß der europäischen Norm EN 54-5 werden Wärmemelder in Klassen eingeteilt, je nach Ansprechtemperatur: z. B. Klasse A1 bei ca. 60 °C, A2 bei 70 °C, B bei 90 °C bis Klasse G (über 130 °C).
Wärmemelder reagieren auf Brände langsamer als Rauchmelder, da erst Hitze entstehen muss, bevor sie auslösen. Deshalb sind sie primär in Räumen vorgesehen, in denen Rauchmelder durch normale Lufttrübungen versagen würden (z. B. Küchen wegen Kochdämpfen, Parkhäuser wegen Abgasen). Im Ernstfall detektiert der Wärmemelder die rasch ansteigende Temperatur eines Feuers oder die hohe Endtemperatur. So kann ein Schwelbrand ohne sichtbaren Rauch zunächst unerkannt bleiben, ein Flammenbrand wird aber, sobald er eine gewisse Wärme freisetzt, detektiert. Oft werden Wärmemelder mit Rauchmeldern als Mehrkriterienmelder kombiniert, um sowohl Rauch als auch Hitze zu erkennen und insgesamt früher anzusprechen.
Typische Einsatzorte: Küchen (wo beim Kochen Dampf/Rauch auftritt – ein Rauchmelder würde häufig Fehlalarm auslösen, daher stattdessen Wärmemelder), Heizungsräume, Garagen, Werkstätten (wo Staub oder Abgase vorhanden sein können). In Wohnhäusern werden in Küchen oft keine Rauchmelder montiert – wer dennoch eine Detektion möchte, nutzt dort Hitzemelder, um Küchenbrände zu erfassen. Wichtig ist, dass Wärmemelder in der richtigen Höhe angebracht werden (meist an der Decke, wo Wärme sich staut). Zu beachten ist die begrenzte Raumhöhe: Wärmemelder sind nur bis etwa 6–7,5 m Deckenhöhe effektiv, da darüber die Hitze zu sehr verdünnt wird, bevor der Melder anspricht.
In Summation sind Wärmemelder eine nützliche Ergänzung im Brandmeldesystem dort, wo Rauchmelder an ihre Grenzen stoßen. Sie tragen dazu bei, eine Brandentstehung zuverlässig zu detektieren, ohne durch unvermeidliche Störeinflüsse Fehlalarm zu schlagen. Im Falle eines tatsächlichen Feuers lösen sie dann – meist zusammen mit anderen Meldern – den Alarm aus und ermöglichen Gegenmaßnahmen (Löschversuch, Evakuierung) trotz der erschwerten Bedingungen, unter denen Rauchdetektion nicht praktikabel war. Allerdings sollte man bedenken: Wo raucharme Schwelbrände auftreten könnten, sind Wärmemelder allein nicht ausreichend, da sie erst beim Vollbrand alarmieren würden. Deshalb werden Brandmelder stets objektspezifisch geplant, um optimale Kombinationen aus Rauch-, Wärme- und ggf. Gasmeldern einzusetzen.