Ein Telefonwählgerät (automatisches Wähl- und Ansagegerät) ist eine Einrichtung, die bei einem Alarm selbstständig vordefinierte Rufnummern anwählt, um den Alarm zu melden. In der Frühzeit der Alarmanlagen (bevor Internet und Mobilfunk gängig waren) war ein solches Gerät die Hauptverbindung zur Außenwelt: Löst die Alarmanlage aus, „greift“ das Wählgerät auf die Telefonleitung zu und ruft z.B. die Nummer der Notrufzentrale oder des Eigentümers an. Moderne Wählgeräte können eine Sprachnachricht abspielen (z.B. „Achtung, Einbruchsalarm im Objekt XYZ“) oder digitale Protokolle senden (Contact-ID, SMS etc.) an Empfänger oder Leitstellen.
Telefonwählgeräte gibt es in Ausführungen für Festnetz (PSTN) und für Mobilfunk (GSM/LTE) oder als Kombigeräte. Viele Alarmzentralen haben heute ein integriertes Wählmodul. Ältere Anlagen oder Nachrüstlösungen verwenden separate Boxen, die an die Telefonleitung angeschlossen werden. Im Alarmfall wählt das Gerät reihum mehrere gespeicherte Nummern an, bis jemand erreicht wird. Oft kann der Empfänger den Alarm durch Tastendruck quittieren, damit das Wählgerät weiß, dass jemand reagiert (und nicht weiter alle Kontakte durchklingelt).
Rechtlich ist zu beachten, dass Alarmanlagen nicht ohne Weiteres direkt Polizei-Notrufnummern anwählen dürfen. Stattdessen erfolgt die Verbindung meist über eine private Notruf- und Service-Leitstelle. Alternativ können sie auf persönliche Rufnummern (Handy des Besitzers etc.) anrufen – dann liegt es beim Angerufenen, die Polizei zu verständigen. Professionelle Systeme nutzen in der Regel zertifizierte Übertragungsgeräte nach Norm (z.B. EN 50136), die sabotageüberwacht und redundant sind.
Mit dem Aufkommen von Internet und Smart-Home-Technik hat das klassische Telefonwählgerät Konkurrenz bekommen: Alarmanlagen senden heute auch IP-Meldungen, Push-Benachrichtigungen oder E-Mails. Dennoch bleibt das Prinzip ähnlich: eine automatische Alarmweiterleitung. Ein Vorteil der Telefon/GSM-Wählung ist die Unabhängigkeit von speziellen Empfänger-Apps – ein Anruf oder SMS erreicht praktisch jedes Telefon.
Für den Nutzer ist es wichtig, die eingespeicherten Rufnummern aktuell zu halten und bei Änderungen (neue Handy-Nummer, anderer Wachdienst) das Wählgerät zu programmieren. Ebenfalls sollte das Gerät regelmäßig getestet werden (z.B. monatlicher Probealarm), um sicherzustellen, dass die Verbindung funktioniert. In Summe stellt das Telefonwählgerät sicher, dass ein Alarm nicht ungehört bleibt, sondern auch dann Alarm schlägt, wenn niemand vor Ort ist – das Herzstück der „stillen Alarmübertragung“ an Helfer.
Übrigens: Viele moderne Anlagen informieren nicht nur per Anruf, sondern auch per SMS mit Details oder via App – das klassische Telefonwählgerät bildet sozusagen die Brücke von der Alarmanlage zum Kommunikationsnetz, egal ob Festnetz oder Mobilfunk.