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Quecksilberschalter

Historischer Schaltertyp mit flüssigem Quecksilber als Kontaktmedium

Definition

Ein Quecksilberschalter ist ein historischer Schaltertyp, der eine kleine Menge flüssiges Quecksilber in einem geschlossenen Glasröhrchen als Kontaktmedium nutzt. Bei einer bestimmten Lage des Röhrchens verbindet das Quecksilber zwei elektrische Kontakte – kippt man das Röhrchen, fließt das Quecksilber weg und unterbricht den Stromkreis (oder umgekehrt). Auf diese Weise funktioniert ein Quecksilberschalter als Neigungs- oder Lagesensor.

Historische Verwendung

In der Sicherheitstechnik wurden Quecksilberschalter früher häufig eingesetzt, beispielsweise als Erschütterungs- oder Neigungsmelder. Montiert an Fenstern, Türen oder Tresoren konnte ein solcher Schalter erkennen, wenn ein Objekt bewegt oder aufgebrochen wurde: Wird der normale Ruhezustand durch Rütteln oder Kippen verlassen, rollt das Quecksilber im Röhrchen und öffnet oder schließt einen Kontakt – die Alarmanlage registriert dies als Sabotage- oder Einbruchversuch.

Mechanische Alarmanlagen

Auch in einfachen mechanischen Alarmanlagen (z.B. Koffer- oder Fallensicherungen) nutzte man Quecksilberkippschalter, weil sie ohne komplexe Elektronik auskamen und sehr zuverlässig bei Bewegung reagierten.

Vorteile

Ein Vorteil des Quecksilberschalters war seine Lautlosigkeit und Langlebigkeit: Kein Klackern wie bei manch anderem Kippschalter, und die Kontakte verschleißen kaum, da das flüssige Metall sie selbst reinigt.

Nachteile

Allerdings hat Quecksilber gravierende Nachteile: Es ist hochgiftig für Mensch und Umwelt. Aus diesem Grund und aufgrund technischer Weiterentwicklungen kommen Quecksilberschalter heute kaum noch zum Einsatz.

Moderne Alternativen

In modernen Alarmanlagen werden stattdessen Halbleitersensoren (Beschleunigungssensoren, Gyroskope) oder bewegliche Metallkugelschalter als Neigungsmelder verwendet, die ungiftig sind und präziser arbeiten.

Ältere Anlagen

Viele ältere Anlagen, insbesondere im Kfz-Bereich (Alarmanlagen in Autos) oder bei alten Tresorsicherungssystemen, hatten solche Quecksilberkontakte. Heute ist ihre Verwendung in neuen Geräten aus Umweltschutzgründen praktisch ausgeschlossen.

Entsorgung

Sollte man noch auf einen Quecksilberschalter stoßen, ist bei Entsorgung besondere Vorsicht geboten – das Bauteil gehört als Sondermüll behandelt.

Technische Historie

Als technisches Detail in der Sicherheitshistorie zeigt der Quecksilberschalter, wie findig schon früh einfache physikalische Prinzipien genutzt wurden, um Alarm auszulösen. Trotz seiner Vorteile hat die Gefährlichkeit des Materials dazu geführt, dass dieser Schaltertyp weitgehend verschwunden ist.

Gesetzliche Verbote

In der EU sind Quecksilberschalter mittlerweile durch Richtlinien wie RoHS (Restriction of Hazardous Substances) in Neugeräten verboten. Für Nostalgiker mögen sie ein interessantes Bauteil aus der Geschichte der Sicherheitstechnik sein, doch aus praktischer Sicht wurden sie von moderner, sicherer Technologie überholt.

Moderne Sensortechnik

Heutige Alarmanlagen erzielen die gleiche Funktion – etwa das Detektieren von Bewegungen oder Lagenänderungen – mit Sensoren, die keinerlei giftige Stoffe enthalten und meist sogar feinfühliger und programmierbar sind.